Willkommen im Restaurant "Zum Ilmschlößchen"
"Dem geehrten Publikum von Oberweimar und Umgebung zur Kenntnisnahme, daß ich das Rastaurant "Zum Ilmschlößchen" in Oberweimar käuflich übernommen habe ... Hermann Treiber." - Das war 1914, und Hermann Treiber, das war der Urgroßvater der heutigen Wirtin.
Der Charakter des gemütlichen Vorstadtlokals wurde auch während der vier Monate Sanierung im Frühjahr 1993 nicht angetastet:
Modernes von der Küche bis zur Toilette, aber das Mobiliar blieb.
"Ich wurde schon gefragt, ob wir die Möbel 40 Jahre eingelagert hätten", erzählt die Wirtin. Dabei stammen die meisten sogar noch von 1914".
Sein berühmtes Stück Geschichte, das ihm zu einem Stichwort im Stadtlexikon verhalf, erlebte das Ilmschlößchen in den frühen 20ern, als die Meister des Bauhauses es entdeckten. Hier wurden Feste improvsiert, Lampionabende im Garten gefeiert, die Bauhausband spielte auf.
Klee, Feininger, Schlemmer und Moholy-Nagy saßen auf den damals neuen Stühlen.
Noch in den 80ern erinnert sich Felix Klee bei einem Weimar-Besuch, wie er mit seinem Vater hier einkehrte.
(aus einem Zeitungsartikel von B. Hecker im November 1993)